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HYDE (Hybrid-Design)
ist ein flexibles CAD-Entwurfssystem für die Entwicklung von Dickschicht- und
Dünnfilm- sowie von LTCC- Schaltungen. Der Leistungsumfang reicht dabei von der
Schaltplanzeichnung, über den Widerstandsentwurf bis hin zur Fertigungsanbindung.
Zeitraubende Berechnungs- und Entwurfsarbeiten bei der Erstellung einer
Hybrid-Schaltung werden mit dieser Software wesentlich vereinfacht. Die
Software beherrscht die Single-, Crossover- und Multilayer Technologie. HYDE
basiert auf dem grafischen Editor GraffyBAS. Die hervorragenden grafischen
Eigenschaften von GraffyBAS sind einerseits wichtig für den Entwurf des
Hybrid-Layouts und andererseits auch für die Schaltplanerstellung. Die im
Schaltplan definierten Widerstände werden im Layout-Modul automatisch in parametrisierte Bauteile umgesetzt und
durch den Befehl zur Widerstandsberechnung berechnet und optimiert und
anschließend grafisch dargestellt und in einer Bauteilbibliothek abgelegt. Es
können wahlweise auch Widerstände als innenliegend definiert werden.
Schaltplan-Modul
(SCH)
Mit
Hilfe des Schaltplan-Moduls
lassen sich Schaltbildzeichnungen
komfortabel und schnell
erstellen. Zu den wichtigsten
Funktionen des Schaltplan-Moduls
gehören:
- Darstellung
von Logiksymbolen
- Zuordnung
von Attribut-Informationen
an Bauelemente
wie Referenz-Bezeichner,
Typen-Bezeichner,
Teile-Nr., usw.
- Stücklistengenerator
- Generieren
von Verbindungslisten
(Netzlisten)
- Verketten
von Verbindungslisten
- Datenübergabe
an Dokumentationspakete
- Datenübernahme
von anderen
CAD-Systemen
- Flexible
Anpassung an
individuelle
Benutzeranforderungen
(Makroerstellung)
Hybrid-Layout-Modul
(HLM)
Dieses
Modul bietet eine grosse
Anzahl von speziellen
Funktionen für einen
effizienten Hybrid-Layout-Entwurf.
Mit HYDE können ebenfalls
zweiseitige Layouts
entwickelt werden. Der
Entwickler einer Schaltung
muss seine Entwicklung
nicht zwangsläufig mit
dem Schaltplan-Modul
beginnen. HYDE ermöglicht
es jedem Benutzer, bedarfsweise
einen Einstieg direkt
mit der Entwicklung
des Hybrid-Layouts zu
beginnen. Mit der Maus
oder durch die Eingabe
der Koordinaten, können
die Bauteile an beliebigen
Stellen auf dem Substrat
plaziert und stufenlos
gedreht werden. Bereits
plazierte Bauteile können
verschoben werden, ohne
dass die bestehenden
elektrischen Verbindungen
verloren gehen. Logische
Informationen, wie z.B.
Lötaugengrösse, Abstände
von einzelnen Leitungs-Elementen
oder Netzlisten-Informationen
sind am Bildschirm jederzeit
abfragbar. Die wichtigsten
Funktionen dieses Moduls
sind: Grafik
zum HYDE-Konzept
- Single-Layer-,
Cross-Over-
und Multilayer-Technik
- Rasterentwurf
oder rasterloser
Entwurf
- Stücklisten-
und Verbindungslistengenerierung
- Verbindungslistenvergleich
zur Prüfung
auf Übereinstimmung
zwischen Schaltplan-
und Layout
- Übernahme
von Pastenwiderständen
einschliesslich
der Trimmschnitte
in das Layout
- Segmentweise
Entflechtung
einer Punkt-zu-Punkt
Verbindung zwischen
zwei Bauteilen
durch eine variable
Leiterbahnführung.
Durchkontaktierungen
(Vias) werden
zwischen den
Lagen automatisch
gesetzt
- Interaktives
Editieren bzw.
Neuberechnen
und Austauschen
bereits plazierter
Pastenwiderstände
- Individuelle
elektrische
Zuordnung von
SMD-, Bond-
und Widerstandspads
zu den verschiedenen
Leiterbahnebenen
- Berechnung
der jeweiligen
Widerstandspastenmengen
- Ermittlung
der Bond-Draht-Längen
mit Bildschirmwarnung
bei Überschreitung
einer minimalen
bzw. maximalen
Bond-Draht-Länge
- Datenschnittstellen
zu zahlreichen
Postprozessoren
für Fotoplotter
sowie Bohr-,
Fräs- und Bestückungsautomaten,
Lasertrimmern
u.a.
- Anpassungsfähigkeit
des Systems
an die individuellen
Anforderungen
des Benutzers
durch die Makrotechnik
- Unterstützung
von SMD- und
Chip & Wire-Technologie,
einschliesslich
MCM, LTCC
- Halbautomatische
Cross-Over-Generierung
mit Formvorgabe
- Verwendung
mehrerer Isolationsschichten
mit variablem
Treppen-Effekt
HYDE-Screenshot
LTCC-Modul
Für die
Entwicklung von LTCC-Schaltkreisen bedarf es spezieller Funktionen, die
herkömmliche EDA-Systeme in der Regel nicht bieten. HYDE verarbeitet bis zu 50
Tapes mit jeweils ca. 100 Informationslagen pro Tape. Zusätzlich sind auf
beiden Außenseiten der Keramik bis zu 5 gedruckte Leiterbahnlagen
(Hybrid-Schichten) vorhanden (mit jeweils bis zu 3 Isolationslagen). Da
LTCC-Schaltungen wegen ihrer hervorragenden HF-Eigenschaften sehr oft für
HF-Applikationen eingesetzt werden, sind einerseits anspruchsvolle grafische
Funktionen nötig und andererseits sollen komplexe Schaltungen mit komfortablen
Routingwerkzeugen schnell und zuverlässig entwickelt werden. Beide
Eigenschaften werden mit dem LTCC-Modul in bester Weise erfüllt.
Durch die
hohe Flexibilität und Offenheit von HYDE lassen sich auch ungewöhnliche
Technologien realisieren. So können z.B. vergrabene DIEs, platziert werden mit
der Möglichkeit, dass auf verschiedenen Lagen gebondet wird. Auch in diesem
ungewöhnlichen Fall stellt der Design Rule Check eine große Hilfe dar.
LTCC-spezifische DRC-Prüfungen gewährleisten eine fehlerfreie Entwicklung
komplexer Schaltungen. Durch eine komfortable Kopierfunktion lassen sich
polygonale Tape- sowie Cavity-Strukturen auf beliebige Tapes übertragen, so dass
der Einsatz von vergrabenen DIEs schnell umgesetzt werden kann.
Unerlässlich für die Entwicklung von HF-Applikationen ist
die Platzierung von innen liegenden HF-Strukturen, Widerstände, Kapazitäten und
Induktivitäten. Diese lassen sich mit HYDE auf jedes beliebige Tape übertragen. Auch simulierte
HF-Layouts der Simulationssoftware ADS (Agilent) können in die
Bauteilbibliothek von HYDE importiert werden, wodurch eine sehr einfache
Handhabung zwischen ADS und HYDE gegeben ist.
Selbstverständlich
unterstützt HYDE mit seinem modernen Routingwerkzeug auf einfache Art und Weise
hochkomplexe Strukturen und verwendet dabei beliebige Größen und Formen von
VIAs (auch thermischer VIAs). Diese können individuell definiert werden. Mit
dem 2-Punkt-Autorouter werden elektrische Verbindungen durch Anklicken der
Airline sehr komfortabel entflechtet. Dabei wird die Leiterbahn automatisch,
entsprechend den Design-Rules verlegt. Mit dem Cursor kann die Richtung des
Verlaufs der Leiterbahn einschließlich von Zwischenstopps, nach dem
"Follow-Me"-Prinzip direkt beeinflusst werden. Durch die variable
VIA-Selektion ist das Routen auch zwischen den Tapes möglich.
Bei der Erstellung der Fertigungsdaten wird der
Schrumpfungsprozess der
Keramikfolien von LTCC-Schaltungen während des Sintervorganges mit
berücksichtigt. Über die komfortable integrierte CAM-Schnittstelle lassen sich
Filme und deren Nutzendarstellung mit allen zu druckenden Lagen einschließlich
Passermarken und einer Legende in Sekunden in das Gerber- oder GDSII-Format umsetzen.
LTCC-Querschnitt
LTCC
Screenshot
Online-Design-Rule-Check
(DRC)
Mit
dem Online-Design-Rule-Check
wird die elektronische
Schaltung sowohl in
geometrischer als auch
in elektrischer Hinsicht
überprüft. Bei der geometrischen
Prüfung werden die Abstände
der jeweiligen Komponenten,
ebenso wie die der Leiterbahnen
zueinander überprüft.
Bei der elektrischen
Prüfung wird die Schaltung
auf elektrische Kurzschlüsse
entsprechend der eingelesenen
Verbindungsliste überprüft.
Bei der Cross-Over-Technik
wird gleichzeitig auf
ausreichende Isolation
zwischen den Leiterbahnebenen
geprüft.
Siehe
Screnshot
2-Punkt-Router
Der
2-Punkt-Router ist ein
Autorouter mit interaktivem
Eingriff, welcher einen
Weg zwischen 2 Punkten
selbständig nach dem
"Follow-Me"-Prinzip
entflechtet. Er hilft
beim Routen von Hybriden
und Leiterplatten. Seine
Arbeitsweise ist 45°
bezogen und "gridless".
Unter Einhaltung der
im DRC definierten Regeln
und Abstände berücksichtigt
er vorhandene Sperrflächen.
Zuerst werden Start-
und Endpunkt des Netzes
(z.B. durch Anklicken
einer "Airline")
festgelegt. Dann kann
mit dem Cursor die Richtung
des automatischen Entflechtungs
Vorganges beeinflusst
werden. Solange die
entflochtene Leiterbahn
nicht abgeschlossen
ist, wird die Leiterbahn
hervorgehoben dargestellt.
Gegenüber der manuellen
Entflechtung stellt
dieser 2-Punkt Router
eine wesentliche Beschleunigung
und Fehlerreduzierung
dar.
Siehe
Screenshot
Hybrid-Widerstands-Design-Modul
(RDIM)
HYDE
benötigt zur Berechnung
der Pastenwiderstände
zweierlei Informationen:
Pasten-Messreihen von
Test-Substraten mit
Widerstands-Werten verschiedener
Rechteckgeometrien sowie
Technologie-Daten (Herstellerangaben,
Pastenflächenwiderstand,
Substrat, Anzahl der
Brände, Leiterbahnmaterial,
usw). Da die Flächenwiderstände
von der Geometrie abhängig
sind und kein lineares
flächenbezogenes Verhalten
vorliegt, muss eine
individuelle Berechnung
aller Widerstände mittels
der im System abgelegten
Pasten-Messreihen vorgenommen
werden. Die Datenbasis
wird für jede neu hinzukommende
Paste einmalig ermittelt
und dient als Basis
für zukünftige Widerstandsentwürfe.
Screenshot
zur Pastendatenerfassung
HYDE
unterstützt folgende
Widerstandsformen:
Rechteck, Tophat, Tophat
mit Dach, U-Form, U-Form
mit Dach, Winkel, Doppelwinkel,
Drei-Seiten-Kontaktierter,
Mäander, Mäander mit
Dach
Nachdem
eine Widerstandsform
ausgewählt wurde, können
folgende Parameterpaare
vorgegeben werden, nach
denen der Hybrid-Widerstand
berechnet wird:
- Trimm-Schnitt-Toleranz
und Widerstands-Wert
- Leistung
und Widerstands-Wert
- Länge
oder Breite
und Widerstands-Wert
- Fläche
und Widerstands-Wert
- Länge
und Breite
Es
lassen sich weitere
Parameter definieren,
wie z.B. die Anschluss-Pad-Breite
sowie die Anschluss-Pad-Überlappungen
und der Pad-Überstand.
Der im Widerstands-Design-Modul
berechnete Widerstand
wird dann als grafisches
Makro abgespeichert
und kann im Hybrid-Layout-Modul
aufgerufen und beliebig
plaziert werden. Eine
nachträgliche Änderung
der einzelnen Widerstandsparameter
ist jederzeit möglich.
Screenshots
zur Widerstandsdimensionierung
Polygonförmige
Widerstands-Analyse
(PSRA)
Die
PSRA erlaubt es jederzeit,
Hybridwiderstände mit
beliebigen polygonalen
Geometrien zu realisieren.
Die Anschluss-Pads können
an jeder beliebigen
Stelle des polygonförmigen
Widerstandes plaziert
werden. Der Entwickler
ist damit in der Lage,
den Platz auf dem Keramikträger
optimal durch die polygonale
Form des Widerstandes
auszunutzen. Auch gehören
nachträgliche Änderungen
des Layouts wegen Platzmangel
der Vergangenheit an
und eine verstärkte
Miniaturisierung der
Schaltung ist damit
gegeben. Das Hybrid-Entwurfsmodul
kann sowohl für die
Dickschicht- als auch
für die Dünnfilmtechnologie
eingesetzt werden.
Siehe
Beispiel hier
Dünnfilm-Widerstands-Dimensionierung
(CTFR)
Mit
dieser Option ist es
möglich, spezielle mäandrierte
und trimmbare Dünnfilm-Widerstände
zu erstellen, wie sie
häufig in hochgenauen
elektronischen Schaltungen
eingesetzt werden. Durch
Eingabe unterschiedlicher
Parameter wie der Festlegung
der geometrischen Aussenmasse
des Dünnfilm-Widerstands
einschliesslich der
Lage der Anschlusspads,
des Flächenwiderstandes,
des Widerstands-Sollwertes,
der Widerstands-Bahnbreite
und der Prozessgenauigkeit
lässt sich ein Dünnfilmwiderstand
innerhalb von wenigen
Sekunden exakt berechnen
und grafisch dimensionieren.
Für den Trimmbereich
stehen 3 Zonen zur Verfügung:
Auftrennen der beiden
unteren Schleifen (Grob-
und/oder Mitteltrimm)
sowie Trimmen eines
dicken Leiterzuges in
Längsrichtung (Feintrimm).
Siehe
Beispiel hier
Thermische
Simulation (TSIM)
Um
Aussagen über die zu
erwartende Temperaturverteilung
auf dem Hybrid-Layout
vornehmen zu können,
wurde in HYDE eine thermische
Simulation integriert.
Diese ermöglicht es,
bereits beim Entwurf
einer Schaltung die
voraussichtlich auftretende
Temperaturverteilung
zu berechnen. Für die
thermische Simulation
werden lediglich folgende
Parameter benötigt:
- Substratmaterial:
Breite, Höhe,
Dicke, Lambda-Wert
- Wärmequellen
(u.a. Widerstände,
aktive Bauelemente
und IC´s): Breite,
Höhe, Position
im Layout und
Leistung der
Bauteile
- Anschluss-Pins
(Lead-Frames):
Breite, Höhe,
Position im
Layout und Wärmeleitwert
- Umgebende
Luft-Temperatur
- Alpha-Strahlung
- PCB-Träger-Temperatur
Nach
Eingabe dieser Parameter
berechnet HYDE automatisch
die Temperaturverteilung.
Diese wird in Form von
Isothermen über dem
Hybrid-Layout angezeigt.
Siehe
Beispiel hier
Schnittstellen
Folgende
Schnittstellen und Datenaustauschformate
werden von HYDE unterstützt:
Liste
der Schnittstellen
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